Nebelthau-Gymnasium

Von der Forschung zum Gebrauchsmuster

9.5.2019

Stine Schikora und Jonas Nordhoff vom Nebelthau-Gymnasium haben kürzlich wichtige Post aus München bekommen: Sie haben ihr im Rahmen von Jugend Forscht entwickeltes Produkt beim Patent- und Markenamt zum Gebrauchsmuster, dem „kleinen Bruder" des Patents, angemeldet – mit Erfolg. Mit dem Brief erhielten sie die Urkunde über die Eintragung des Gebrauchsmusters mit der Nummer 20 2019 000 505.
Die beiden Schüler haben im Rahmen ihres Jugend Forscht-Projekts entdeckt, dass sich die Schale der Zitrusfrucht Pomelo als natürliches Verpackungsmaterial verwenden lässt. Dieses könnte künftig als Ersatz für die üblichen Styropor- bzw. Pflanzenstärkechips, Kunststoffluftpolsterfolien oder aus Papier hergestellten Füllmaterialien dienen.
Im Rahmen ihres Projekts für Jugend Forscht haben die beiden Zwölftklässler unter der Leitung ihres Lehrers Henning Mertens alles Mögliche mit der Zitrusfrucht angestellt, von der sie wussten, dass die Schale so dick ist, dass sie Stöße abfängt, wenn sie vom Baum fällt. Die Idee, sich überhaupt mit der Pomelo, eine aus der Kreuzung von Pampelmuse und Grapefruit entstandenen Zitrusfrucht, zu befassen, entstand im Unterricht. So kauften sie erstmal kistenweise die Südfrucht, die man auch in deutschen Supermärkten bekommt, und legten los. Sie stellten selber Chips aus der Schale her und unterzogen dem alternativen Füllmaterial verschiedene Belastungstests: So erforschten sie die Entflammbarkeit, das Gewicht im Vergleich zu anderen Materialien, die Wasserspeicherkapazität und vergaßen auch nicht, diverse Praxistests durchzuführen. Das Ergebnis reichte für den zweiten Platz beim Bremen-Norder Wettbewerb „Jugend Forscht". Zudem gewannen sie den Sonderpreis „Nachwachsende Rohstoffe".
Besonders in asiatischen Ländern, in denen Pomelo-Saft ein übliches Getränk ist, ist die Schale ein in großen Mengen anfallendes Abfallprodukt, das bislang entweder kompostiert oder als minderwertiges Viehfutter verwertet wurde. Die Schale hingegen als Füllmaterial zu nutzen ist eine bislang noch nicht in Betracht gezogene, ressourcenschonende Alternative, wie Stine Schikora und Jonas Nordhoff in ihrer Arbeit beweisen.
Neugierig, ob die beiden Nebelthau-Schüler wirklich etwas Neues entdeckt haben, meldeten sie ihre Forschungsergebnisse als Gebrauchsmuster beim Deutschen Patent- und Markenamt an. „Das Gebrauchsmuster hat nicht so weitreichenden Schutz wie das Patent, aber ihre Idee ist geschützt", erklärt Lehrer Henning Mertens. „Falls ein Unternehmen die Idee nutzen möchte, müssen die beiden Schüler zustimmen."
Nun wagen die beiden Jungforscher den nächsten Schritt: Sie haben sich beim Bundes-Umwelt-Wettbewerb angemeldet und wollen auch noch an einem Wettbewerb der Bremer Universität teilnehmen.