Nebelthau-Gymnasium

Kreativ durch die Corona-Zeit

15.6.2020

Wie erging es Schülerinnen und Schülern während der unterrichtsfreien Zeit? Am Nebelthau-Gymnasium hat man mit viel Kreativität die Wochen ohne Unterricht gestaltet: Beispielsweise hat eine 8. Klasse eine Pancakes-Challenge veranstaltet. Jeder Schüler sollte nach einem englischen Rezept Pancakes backen. Fotos davon wurden in die Klassengruppe gepostet, so dass alle an den Ergebnissen teilhaben konnten. Schulleiterin Bianca Nordhoff erzählt: „Die Schülerinnen und Schüler haben sich gegenseitig übertroffen bei den Toppings und Verzierungen der Pancakes – da gab es Mango mit Sahne oder Garnierungen aus Himbeeren, ein Foto sah leckerer aus als das andere."

Besonders im 7. Jahrgang gab es viel Aktivität im der von der Schule genutzten Online-Chat. Ein Schüler einer 7. Klasse war besonders motiviert und hat eine Art Montagsmaler-Spiel als App entdeckt und für die Klasse einen geschlossenen Raum eingerichtet. Mit viel Spaß spielte die Klasse daraufhin Montagsmaler – auf Englisch. Englisch-Lehrerin Samantha Hooton war begeistert: „Es ist wirklich toll, als Lehrerin zu erleben, wenn die Kinder Eigeninitiative entwickeln. Und bei Englisch ist es so: Egal was die Schüler machen, so lange es auf Englisch ist, bringt es die Kinder weiter!"

Seit dem 3. Juni sind alle Schülerinnen und Schüler wieder im Präsenzunterricht an der Schule. In den Jahrgängen fünf bis zehn gibt es im Schnitt täglich drei Unterrichtsstunden, in kleinen Gruppen und mit versetztem Unterrichtsbeginn. Der 11.Jahrgang hat zur Vorbereitung auf das Abitur im kommenden Jahr regulären Unterricht, mit 35 Stunden pro Woche genau so viel wie vor der Corona-Krise. Bis auf wenige Ausnahmen werden alle Fächer unterrichtet. In den Fächern, die nicht im Stundenplan des Präsenzunterrichtes Einzug halten konnten, wird der Schülerschaft über die Nebelthau-Cloud Material zur Verfügung gestellt. Obendrein gibt es virtuelle Klassenräume, in denen sich Lehrkräfte und Schüler treffen.

Samantha Hooton berichtet, dass sie sich mit ihrer Klasse auch mal ganz ohne Unterrichtsanlass im virtuellen Klassenzimmer verabredet hat: „Man hat richtig gemerkt, wie sehr den Kindern der Austausch und das Treffen in der Klasse fehlte, da war eine richtige Sehnsucht nach einem Ort. Und den haben wir dann eben virtuell geschaffen, damit alle wieder miteinander in Kontakt kommen können."

Für Schulleitung Bianca Nordhoff war bei der Rückkehr in den Präsenzunterricht eines wichtig: „Der Plan war und ist, ein nachhaltiges Format zu finden, das in diesen dynamischen Zeiten größtmögliche Ruhe und Verlässlichkeit für alle bietet, also für die Schülerschaft, Elternschaft und Lehrerschaft." Die 52jährige hatte in den Tagen vor der Öffnung eine komplexe Aufgabe zu lösen: Wie können möglichst viele Schülerinnen und Schüler an möglichst viel Unterricht teilnehmen, ohne sich zu begegnen? Die Lösung: Der normale Stunden- und Pausenverlauf eines Schultages wurde komplett aufgelöst. Jeder Jahrgang beginnt seinen Unterricht zeitlich versetzt, und auch innerhalb eines Jahrgangs starten die Lerngruppen mit 15 Minuten Zeitunterschied in ihren Schultag.

Für dieses Konzept wird jeder verfügbare Raum genutzt: „Alle Räume  wurden zu Lerngruppen-Räumen umgestaltet." berichtet Bianca Nordhoff. „Und als i-Tüpfelchen haben wir festgelegt, dass unsere vier Eingänge, von denen drei eigentlich Notausgänge sind, den verschiedenen Lerngruppe zum Betreten oder Verlassen des Gebäudes zugeordnet sind." Damit sei sichergestellt, dass sich maximal 12 Menschen im Schulgebäude in einem Raum aufhalten und dabei den notwendigen Abstand halten können.

Das Fazit der Schulleitung Bianca Nordhoff: „Corona hat uns als Schule wirklich einiges abverlangt. Aber es hat eben auch ganz tolle Dinge hervorgebracht: Wann sonst hätte man während der Unterrichtszeit Pancakes gebacken oder Montagsmaler gespielt und dabei auch noch Englisch gelernt?"